Die Überwachung von Fußballfans an Spieltagen durch uniformierte oder verdeckte Polizei-Beamte findet in einem Ausmaß statt, der Fans stigmatisiert und sie einem Generalverdacht unterwirft. Der Fußball dient offensichtlich als Testfeld neuer Maßnahmen und Taktiken, die später auch auf andere gesellschaftliche Bereiche ausgeweitet werden. Diese Maßnahmen werden durch eine in der Gesellschaft vorhandene abstrakte, aber bewusst geschürte Angst gerechtfertigt. Wie auch in der Gesellschaft gibt es eine Vielzahl weiterer, über direkte polizeiliche Kontrolle hinausgehende Maßnahmen wie Videoüberwachung in den Stadien, den Innenstädten, an Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr, einen Trend zur Erfassung von Konsumverhalten mit Kunden- und Bezahlkarten, RFID-Chips in Eintrittskarten oder der faktischen Einführung personalisierter Eintrittskarten. Ziel ist eine Verknüpfung der verschiedenen Maßnahmen und damit eine totale, allumfassende Überwachung.

1.FC Nürnberg- SC Freiburg

14.12.2011

 

 

Im Vorfeld zu unserem Spiel bei der TSG Hoffenheim erreichte uns über die Homepage des SC Freiburg die Nachricht, dass es für das besagte Auswärtsspiel nur Eintrittskarten bei Offenlegung seiner Personalien zu kaufen gibt. Eine Maßnahme des Sportclubs, vermutlich als Konsequenz für die Konfrontation zwischen unseren Fans und der Polizei in Kaiserslautern. Diesen Schritt sahen wir als Gruppe "Wilde Jungs Freiburg", sowie die gesamte aktive Fanszene, als nicht tragbar. Auf eine Anfrage nach den Hintergründen wurde vom Verein nicht geantwortet. Daraufhin erstellten wir, sowie "Natural Born Ultras und "Supporters Crew Freiburg" einen gemeinsamen Flyer für das Auswärtsspiel in Nürnberg.

 

In diesem Flyer wurden sowohl Pro und Contra Argumente für personalisierte Tickets aufgelistet. Jeder der die Gegenargumente befürwortete wurde dazu aufgefordert die Rückseite, welche mit einem großen "Nein" bedruckt war, beim Einlaufen der Mannschaften hochzuhalten. Diese Protestmöglichkeit wurde von einem Großteil des Blocks wahrgenommen und durch ein Spruchband ("Nein zu personalisierten Eintrittskarten") untermalt. Wir konnten zu diesem Zeitpunkt nur jedem Fan nahe legen sich Gedanken zu machen und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Von dem Standpunkt keine personalisierten Karten zu kaufen wurde intern nicht abgewichen. Wir kauften also mehr als 120 Karten im Sitzplatzbereich der Hoffenheim "Fans".

 

Dieser befand sich im oberen Bereich hinter dem Tor auf der Seite des Gästeblocks. Am Spieltag reisten wir mit Autos an und gelangten ohne Probleme in kleinen Gruppen ins Stadion. Kurz vor Spielbeginn sammelten wir uns in den obersten Reihen und mit dem Anpfiff begann der Support. Der Gästeblock war deutlich leerer als in den letzten Jahren. Probleme gab es während des gesamten Spiels nicht, die Polizei hielt sich mit wenigen Beamten im Hintergrund. Noch am gleichen Wochenende teilte der Verein uns mit, dass sie zukünftig auf personalisierte Tickets verzichten werden. 

Content
  • RSS FEED

     

    RSS Feed abonnieren
  •  

  • Profans

     

    ProFans - OHNE UNS KEIN KICK!
  •  

  • Pyrotechnik legaliseren

     

    Pyrotechnik legalisieren
  •  

  • Impressum